Der Kleine Hof
Tarviks alter Hof gehörte jetzt einer Familie, die ihn nur an Wochenenden nutzte. Das Haus war eine schlichte Steinhütte mit Schieferdach und einer kleinen Scheune dahinter. Ein Nachbar hatte einen Schlüssel. Mit Erlaubnis durften Lina und Bo sich in den Nebengebäuden umsehen — aber nirgendwo graben oder Wände bewegen.
Lina hatte ein Notizbuch. Bo hatte eine Taschenlampe.
Sie verbrachten zwei Tage damit, die Scheune abzusuchen. Die Scheune war leer bis auf etwas altes Stroh und drei verrostete Werkzeuge.
In der Scheune war nichts.
Sie verbrachten weitere zwei Tage damit, das Feld abzulaufen. Das Feld war seit Tarviks Zeiten viele Male gepflügt worden. Es gab keine offensichtlichen Markierungen.
Auf dem Feld war nichts.
Am fünften Tag setzte sich Lina auf einen Stein in der Ecke des Feldes und starrte ins Leere. Sie war müde und entmutigt.
„Vielleicht ist es nicht echt", sagte Bo.
Lina antwortete zuerst nicht. Dann sagte sie langsam: „Wenn du Uhrmacher wärst und eine Uhr verstecken wolltest, sodass du wieder an sie herankommst, wo würdest du sie hintun?"
„Irgendwo Trockenes."
„Irgendwo sehr Trockenes."
„Und — irgendwo, wo schon Uhren wären."
Lina sah scharf auf. „Bo."
„Was?"
„Er war Uhrmacher. Wo arbeiten Uhrmacher?"
„An einer Werkbank."
„Wo wäre die Werkbank gewesen?"
Sie gingen zurück zur Hütte. Die Küche war neu gemacht worden. Das Wohnzimmer war neu gemacht
