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Gedichte

Ein Klang, wer weiß, woher er kam? Dazu ein Strahl von Himmelslicht, Ein Fühlen, tief und wundersam, – Und so wird ein Gedicht. Und wenn du 's liest, es singt und klingt, Getaucht in buntes Farbenspiel, Und tief durch deine Seele dringt Ein wundersam Gefühl. * Oft zog mir auf leisen Schwingen Ein Sehnen durch die Brust, Ein Jubellied zu singen Voll allerhöchster Lust. Da sank, von Leid bezwungen, Das Herz mir erdenwärts, Und hab' ich dann gesungen, War 's allertiefster Schmerz. * Der Osten stand hell in Gluten, Der Ruf der Hähne schwieg, Als tief aus Meeresfluten Der junge Morgen stieg. Er griff in fernste Ferne Weithin über Baum und Haus Und löschte die letzten Sterne Da drüben am Himmel aus. Dann schritt er im Berggelände Entgegen der Bäche Lauf, Schlug oben sacht in die Hände Und weckte die Sonne auf. Die ließ sogleich sich sehen, Als riefe der Glockenschlag, Und grüßte hinauf auf die Höhen: »Guten Morgen, du lieber Tag!« * Augen, dunkle Rätselaugen, Die so fragend auf mir ruhn, Ob zur Wandrung möge taugen Solch ein Paar von leichten Schuhn, Warnt ihr mich? Soll ich die andern Nehmen, hoch und derb und breit? Muß ich schwer und mühsam wandern Durch ein Meer von Herzeleid? Wohl, ein Rätsel bist du, Leben! Tiefverschleiert, wunderbar Willst du mir nicht Antwort geben. Nur des Todes Blick ist klar. Daß er Furcht und Zagen dämpfe, Deckt er gern zu sanfter Ruh Bange Fragen mir

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