Ein Fahrgast Der Nicht Aussteigt
Hanna fuhr jeden Freitag mit dem Bus um Viertel nach elf aus der Stadt nach Hause.
Es war der letzte Bus der Nacht, auf der Linie 14, zwischen der Stadt Helmsford und dem Dorf Vaersholm. Die Strecke war achtundvierzig Minuten lang. Der Bus hatte elf Haltestellen. Hanna stieg an Haltestelle zwei ein. Sie stieg an Haltestelle neun aus.
An den meisten Freitagabenden hatte der Bus zwischen drei und sechs Fahrgäste. Hanna hatte — über ein Jahr Fahrt — die Stammgäste vom Sehen gekannt. Den Mann mit der hellbraunen Aktentasche, der immer an Haltestelle vier ausstieg. Die Frau mit dem kleinen Hund in einem Korb, die an Haltestelle sechs ausstieg. Die zwei Jugendlichen in passenden Trainingsanzügen, die an Haltestelle sieben ausstiegen. Die alte Frau, die an Haltestelle acht strickte.
In den letzten sechs Wochen hatte es einen neuen Fahrgast gegeben.
Er stieg an derselben Haltestelle ein wie Hanna — Haltestelle zwei, in der Stadt. Er saß hinten. Er trug einen dunklen Mantel und eine weiche Mütze. Er war, dachte Hanna, etwa vierzig. Er hatte ein schmales Gesicht und müde Augen. Er las ein Taschenbuch. Er sah nicht auf sein Handy. Er sah nicht aus dem Fenster. Er stieg nie aus.
Hanna hatte das in der dritten Woche bemerkt. Der Mann war an ihren ersten zwei Freitagen, an denen sie ihn sah, einfach *da* gewesen. Am dritten Freitag hatte sie sich aus keinem besonderen Grund umgeschaut,