Der Hamster hinter dem Bankschalter
Der Hamster
spielte als Kind Cowboy und Indianer. Er wollte
immer bei den Indianern sein. Ein paar Jahre später spielten seine Kumpels mit
Büstenhalterverschlüssen, aber er wollte immer
noch Indianer sein. Er versuchte es bei den Jüngeren,
aber die spielten Pokemon. Der Hamster lieh sich in
der Erwachsenenabteilung der Städtischen Bücherei
alles aus, was über Indianer geschrieben wurde und
gründete einen Indianer-Revival-Club. Jeden
Sonntag trafen sie sich mit nacktem Oberkörper auf
einer besitzerlosen Wiese und sprachen über das
Verhältnis der Indianer zur Erde, den Tieren und den
Pflanzen. Mit der ursprünglichen Absicht, weiterhin
Indianer zuspielen, was für ihn damals nur darin
bestand, die Cowboys mit Beil, Pfeil und Bogen zum
Rückzug zu zwingen, hatte dies alles natürlich nichts
mehr zu tun. Es war aber für ihn die einzige
Möglichkeit, als Erwachsener noch Indianer zu sein.
Der Club bekam bald Zuwachs von einem
abtrünnigen Flügel der Nudisten, die die
Gleichmacherei satt hatten und in dem
Kopfschmuck aus Federn der hiesigen Vogelwelt
einen Schritt zur Individualisierung sahen, der ihrem
Gelöbnis, auch bei kaltem Wetter ständig Pimmel
und Muschi zu zeigen, nicht im Wege stand.
Die Männer sprachen über die sanfte Pferde-
erziehung, die Spezies erhaltende Jagd, die Frauen
tauschten Erfahrungen über Waldfrüchte aus,
versuchten haltbare Kleidungsstücke
