Den Brief Zu Ende Schreiben
Halle schrieb zurück. Sie erzählte Imogen vom neuen Haus. Sie erzählte ihr von ihrem Papa und vom Umzug und von der Schule, in die sie im September gehen würde. Sie erzählte ihr, dass die Diele immer noch wackelte, aber dass ihr Papa gesagt habe, sie würden das so lassen, falls je wieder jemand einen Brief darunter ablegen müsse.
Einen Monat später fuhren Halle und ihr Papa nach Brighton, um Imogen zu treffen.
Imogen war sehr klein. Sie saß in einem Sessel am Fenster ihres Zimmers im Heim, eine weiche Decke auf dem Schoß und eine Teekanne auf dem Tisch neben sich. Ihre Hände zitterten ein wenig. Ihre Augen waren dieselben wachen Augen, die 1942 aus einem Londoner Kinderzimmer den Krieg beobachtet hatten.
Sie hielt Halles Hände lange, als sie sich begegneten.
„Du hast meinen Brief gefunden", sagte sie. „Nach all den Jahren."
„Ja."
„Und du hast ihn zu Ende geschrieben."
„Habe ich das?"
„Ja. Der Brief handelte von Angst. Davon, dass eine Katze verschwunden war. Davon, nicht zu wissen, ob irgendetwas zurückkommt. Du hast mir all die Jahre später geschrieben, um mir zu sagen, dass die Katze ZURÜCKGEKOMMEN ist und die Welt IMMER NOCH da ist und jemand, klein genug, um einen Brief unter eine Diele zu legen, auch immer noch da ist. Das ist das Ende. So endet der Brief."
Halle dachte darüber nach.
„Ich dachte, ich wäre die, die die Antwort braucht", sagte sie sehr leise.
„Du