Eine Freundin Die Die Seiten Wechselt
Es begann damit, dass Tamara in der Mittagspause nicht mehr am alten Platz saß. Unser Tisch ist der in der Ecke, neben dem Fenster zum Schulhof, der Tisch, an dem wir seit der sechsten sitzen, auch als wir noch nicht so viele waren. Seit ein paar Wochen saßen wir dort zu viert: Tamara, Lin, Zoe und ich. Simone war nie am Tisch, weil Simone in der Pause meistens draußen war, allein auf der Bank unter dem Kastanienbaum, mit einem Buch, das sie von niemandem kommentiert haben wollte.
Am ersten Mittwoch im November saß Tamara plötzlich zwei Tische weiter, bei Anika und Isa und Yasmin, das sind die drei, mit denen sie früher nie aß, weil, wie sie selbst gesagt hat, sie zu oberflächlich seien. Ich brachte mein Tablett und setzte mich ganz normal an unseren Tisch, und Lin und Zoe waren auch schon da, und ich fragte nicht. Lin sagte: Tamara hatte was mit Anika zu klären. Und ich sagte: Okay. Und Zoe sagte: Sie ist sauer, Greta. Und Lin sagte schnell: Nein, ist sie nicht. Und Zoe sagte: Doch, Lin. Und dann stritten Lin und Zoe zehn Sekunden leise, und ich aß langsam meinen Reis.
Am Abend schrieb ich Tamara. Ich schrieb: Alles okay. Drei Wörter, ohne Emoji, weil ich keins fand, das gepasst hätte. Tamara antwortete nach vierzig Minuten. Sie schrieb: Kann ich dich morgen in der ersten Pause sehen. Ich schrieb: Klar. Sie schrieb: Nicht mit den anderen. Ich schrieb: Okay. Ich ging mit dem