Chapter

Eine-Lunge-Auf-Der-Werkbank

In der Stadt Asch gehörte die Luft jemandem, und Emmerich verdiente sein Brot damit, die Maschinen zu flicken, mit denen die Armen sich ein wenig davon zurückstahlen. Die Hauptstadt lief auf Kohle und Stolz, und beides zusammen hatte ihren Himmel mit einem Rauch gefüllt, so dicht, dass die Atem-Kompanien vor dreißig Jahren begonnen hatten, saubere Luft zu verkaufen, wie andere Reiche Wasser verkauften. Die Reichen trugen Filtermasken, mit Messing verziert, und wechselten ihre Patronen stündlich. Die Armen trugen Uhrwerklungen — aufziehbare Blasebälge, auf die Brust geschnallt, die den schlimmsten Ruß durch Filz und Kupferwolle schrubbten und ein dünnes, ehrliches Atmen ausstießen für die, die den Zähler nicht zahlen konnten. Ständig gingen sie kaputt. Emmerich, der aus einem Keller arbeitete, der nach Öl und verbranntem Filz roch, war der Mann, zu dem man kam, wenn die eigene versagte und die zugelassenen Werkstätten einen Monatslohn verlangten, nur um sie anzusehen. Tausende hatte er repariert. Eine berühmte nie. Sie kam zur toten Stunde, vermummt, eine große Frau, deren Atmen er hörte, ehe er sie sah — ein nasses, ratterndes Keuchen, der Klang einer Lunge, deren Triebfeder starb. Sie legte eine Münze auf seine Werkbank und nahm sie wieder, als hätte sie vergessen, dass es ihre letzte war. Als sie die Kapuze senkte, erkannte er sie. Ganz Asch kannte sie. Liesl Vauk, deren

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