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Chapter

Der Dachbodenmieter

Ich ging am naechsten Tag zurueck. Allein, weil Kai-Uwe etwas in Gadebusch zu erledigen hatte und weil ich meine Arbeit nicht gern in Gegenwart zahlender Kunden mache, wenn sie kein Medium sind. Leute, die nicht sehen, sind ein bestimmter Typ Publikum. Sie lachen an den falschen Stellen und fragen, ob ich ihnen einen Beweis zeigen kann. Ich zeige niemandem Beweise. Ich bin keine Zauberin. Frau Thalmann war nicht im Salon. Das war nicht ungewoehnlich. Bleibende haben ihre Zeiten, und ich hatte sie nicht verabredet. Momme, den ich heute ausdruecklich im Büro gelassen hatte, sass auf dem Parkett im Flur und sah mich vorwurfsvoll an. Er hatte die Tuer wieder ueber Nacht geoeffnet. Ich weiss nicht, wie er das macht. Dörte glaubt, er hat Kollaboratoren. Ich glaube, er ist schlauer als Momme. "Du bleibst unten," sagte ich zu ihm. Er legte den Kopf schief. "Momme. Keller nein. Treppe nein. Hier bleibst du." Er blieb. Ich ging nach oben. Der Dachboden war ausgebaut, was bei diesen Villen selten ist, wenn sie nicht renoviert wurden, und die Kirchgasse zwoelf war nicht renoviert. Irgendjemand in den Siebzigern hatte Rigipsplatten zwischen die Sparren getackert, einen Dielenboden verlegt und ein Waschbecken gegen die Schraege gebaut. Das Waschbecken war leer. Der Spiegel darueber war da, aber fleckig und so gedunkelt, dass man sich nicht mehr sah, nur die Ahnung von einer Person.

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