Der Notartermin Der Fast Nicht War
Um zwanzig vor acht stand ich vor der Kirchgasse zwoelf. Dörte sass im Auto, fuenfzig Meter die Strasse hinunter, mit einem Thermosbecher Kaffee und einem Telefon auf dem Beifahrersitz und der Anweisung, um genau einundzwanzig Uhr den Notdienst zu rufen, wenn ich bis dahin nicht an die Haustuer gekommen war. Keine Ausnahmen. Keine fuenf Minuten spaeter. Einundzwanzig Uhr.
Momme war bei mir. Der Flachmann war bei mir. Das Schwarzbrot lag in meinem Magen, unbehaglich, aber standhaft. Pater Enrique stand neben der Tuer, in derselben grauen Jacke, mit einer Umhaengetasche, aus der ein Glas Salz schaute.
"Bereit?"
"Ja."
"Wenn Sie —"
"Pater. Wir wissen es."
Er nickte. Er hatte ein Gesicht, das heute jünger aussah als am Mittwoch. Ich glaube nicht, dass er geschlafen hatte. Ich hatte auch nicht geschlafen.
Wir gingen hinein. Er ging direkt in den Flur und kniete sich hin, wo die Diele waren. Aus der Tasche nahm er das Salz, den Weihrauch, ein kleines Metallgefaess, den Weisswein aus der Moldau, einen Zettel, den er in einer geschlossenen Hand hielt.
"Ich fange jetzt an. Sie gehen hinauf. Sie halten die drei oben."
"Und unten?"
"Das gehoert mir."
Ich ging hinauf.
Ich ging zuerst zu Wiebke Odebrecht. Er sass in seiner Ecke, sehr ruhig, mit den Haenden auf den Knien. Ich setzte mich vor ihm in den Raum, mit dem Ruecken zur Treppe, damit ich zur Wahrnehmung der Kellerfront