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Chapter

Das Fahrrad Im Schuppen

Am Dienstag musste ich wegen etwas anderem raus, und ich bin trotzdem froh, dass es passiert ist, weil es die Sache mit der Kirchgasse nochmal gerueckt hat. Eine Frau rief an, deren Name Suse war, mit zwei e oder einem, das habe ich nicht geklaert, und die gesagt hatte, ihr Vater sei im Juli gestorben und das Fahrrad im Schuppen wolle nicht raus. Das war einer dieser Faelle, bei denen man die Anrufe als Medium bekommt und die vermutlich neunzig Prozent unseres Gewerbes ausmachen, wenn man die Paranormalagenturen in Hamburg und Berlin rausrechnet. Niemand redet darueber. Alle nehmen sie an. Der Schuppen war in Lüdersdorf, zwanzig Kilometer westlich. Ich fuhr mit Momme hin. Dörte blieb im Büro und rief Pater Enrique an, um ihm den Kostenvoranschlag fuer die Kirchgasse zu ueberbringen, was ich nicht miterleben wollte. Suse war eine kleine, dicke Frau von achtundfuenfzig, die in einem Overall die Tuer oeffnete und mir drei Minuten lang erzaehlte, was ihr Vater von meinem Beruf gehalten haette, was wenig gewesen waere, und wie froh sie trotzdem war, dass ich kam. Das ist oft der Tonfall. Verwandte sagen gern: *Mein Vater haette Sie rausgeworfen, aber ich bin froh, dass Sie da sind.* "Wo ist das Rad?" "Im Schuppen." "Was fuer ein Rad ist es?" "Ein Herrenrad. Mit Nabenschaltung. Gazelle, Baujahr 1978 oder so." Wir gingen hinter das Haus. Der Schuppen war klein, aus Brettern,

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