Ein Konkurrent Taucht Auf
Pater Enrique rief am Freitag um halb elf an, was fast dieselbe Zeit war wie Kai-Uwe zu Beginn. Ich merke mir Uhrzeiten, weil sie oft mehr sagen als Namen.
"Frau Hallbach, spreche ich mit Frau Hallbach persönlich?"
"Sie sprechen mit Dörte Tessloff. Hallbach ist im Aussentermin."
"Aah." Eine Pause, in der Paters nachdenken. Ich war nicht im Aussentermin, ich war in der Teekueche und hatte den Apparat auf Lautsprecher. Dörte macht manchmal meinen Schutz, weil sie es besser kann als ich. Ich bin nicht rude genug.
"Wann ist Frau Hallbach wieder erreichbar?"
"Sie koennen mir eine Nachricht hinterlassen."
"Ich haette gerne einen Termin. In der Kirchgasse zwoelf."
"Mit welchem Anliegen?"
"Mit der Bitte, die Arbeit einzustellen."
Dörte sah mich an. Ich schuettelte den Kopf: Nicht einlassen.
"Herr Pater, auf wessen Auftrag hin wuerde Frau Hallbach die Arbeit einstellen?"
"Es ist kein Auftrag, es ist eine Bitte. Der Gegenstand in der Kirchgasse zwoelf ist eine spirituelle Angelegenheit, die unter die pastorale Zustaendigkeit der Erzdioezese Hamburg faellt."
"Hamburg?"
"Wismar gehoert kirchlich zu Hamburg."
"Wir hoffen, die Erzdioezese Hamburg informiert uns das naechste Mal, wenn sie Kunde bei uns werden will, auf schriftlichem Weg."
"Es ist keine Kundenbeziehung."
"Es ist eine Einmischung in ein laufendes Mandat. Wir haben einen schriftlichen Auftrag des Verwalters und