Chapter

Chapter 1

# Chapter 1 Es war dunkel, als ich mit Anja die Party verließ, um mich auf den Heimweg zu machen. Unser Atem stieg in feinen Wölkchen zu den Baumwipfeln hinauf und ließ uns erahnen, wie der Wald nach dem ersten Schnee aussehen würde. „Bist du sicher, dass ich nicht noch mit dir heim kommen soll?“, fragte Anja und schlang ihren Schal um den Hals. Ich schüttelte den Kopf und griff nach ihrer Hand. „Nein“, sagte ich. „Ich bin tausend Mal im Dunkeln durch den Wald gegangen.“ Anja schien die Idee nicht zu gefallen. Sie knetete ihren Schal mit der freien Hand und sah auf den Boden. „Sicher?“ Ich musste lächeln. „Ganz sicher.“ Sie atmete zwei Mal tief ein und aus. „Aber du rufst mich an, wenn du zu Hause bist.“ Ich grinste und ließ ihre Hand los. „Wenn du dann zu sprechen bist.“ „Du bist blöd“, fauchte sie und drehte sich um. Mit hastigen Schritten eilte sie auf die schmale Straße zu, während ich in die andere Richtung schlenderte, ab und an in einen Laubhaufen trat und ein paar Blätter aufwirbelte, ihnen einen Augenblick beim Fallen zusah. „Grüß Tim von mir!“, rief ich noch, weil ich der Versuchung einfach nicht widerstehen konnte. „Halt die Klappe, Romy!“ Lächelnd folgte ich dem schmalen Pfad, schlenderte an den jahrhundertealten Bäumen vorbei, die seit meiner Kindheit das einzige waren, das mir an Neuhemm gefiel und dachte über Anja nach. Schon seit Monaten lag sie mir mit

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