Chapter

Das Erdbeeri Mareili

Peter Hasebohne, Hase-Peter genannt, war noch nicht lange in der Gemeinde Holderberg und schon Gerichtsäß geworden. Er hielt sehr viel darauf, und eher hätte der Sonntag gefehlt als Peter Hasebohne in der Kirche. Damals hielt man dafür, und jetzt noch täte man wohl daran, der, dem seine Nachbarn ein Ehrenamt anvertrauten, der sei vor aller Welt als Ehrenmann gestempelt und besiegelt. Je höher man das Geld schätzt, desto geringer schätzt man die Ehre, vide Exempel an Völkern und Menschen! Je gieriger man nach bezahlten Ämtern jagt, desto geringer schätzt man und desto mehr verlacht man Ehrenämter, und wer einen wohlbezahlten Posten kriegt, wird siebenmal hochmütiger als früher ein Ehrenmann bei seinem Ehrenamt. Ein Gerichtsäß mußte in seinem Bezirke versiegeln, wo nämlich etwas zu versiegeln war. Eines Morgens ward Peter Hasenbohne in den Tschaggeneigraben gerufen. Das Erdbeeri Mareili sei gestorben, er müsse versiegeln, so lautete die Botschaft. Im Tschaggeneigraben war er noch nie gewesen; vom Erdbeeri Mareili hatte er wohl so im Vorbeigehen gehört, kannte aber weder dessen Umstände noch dessen Person. Die Versäumnis kam ihm ungelegen, er brummte, was es sich nötig hätte, bei solchen Personen zu versiegeln. Indessen Peter Hasebohne ging; denn er war ein Mann, der sein Amt zu hoch hielt, um dessen Pflichten zu versäumen. Er machte zwar keine Gesetze, alle Tage andere nach Laune

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