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Chapter

Kapitel 02 – Dreiundzwanzig Tage

Die erste Antwort kam nach neunundvierzig Millisekunden. Sie hätte früher kommen müssen. Mara hielt die Kurve fest. Sie wartete, bis nicht mehr ihr Wunsch die Form darin bestimmte. Der Puls war durch Reif gedrungen, im Wasser-Ammoniak-Eis gebrochen und von einer Grenze zurückgekehrt, die auf der stillen Karte fehlte. Ein flacher Bogen in achtzehnhundert Metern Tiefe. Dahinter Schwarz: Weiter reichte der knappe Puls nicht. »Noch einmal«, sagte sie. Liv saß links von ihr. »Thermischer Nullabgleich zuerst.« »Der Emitter liegt bei Solltemperatur.« »Der Bügel kam achtzehn Tage lang aus dem Antriebswind. Nullabgleich.« Mara öffnete die Referenzkurven. Sie hätte dasselbe von jedem ihrer Techniker verlangt. Dass Liv es verlangte, machte es nicht weniger richtig, nur schwerer anzunehmen. Nao hing hinter ihnen in einer Schlaufe und hielt zwei stromlose Uhren in den Händen. Eine war aus dem Frachtlager, eine aus der Medbay. Ihr Neurogerüst blieb getrennt. »Beide gehen. Nicht schön, aber gemeinsam.« »Abweichung?«, fragte Mara. »Vier Millisekunden in der Stunde. Zu wenig für deinen fehlenden Weg.« Unter der Zeitkurve fiel der stille Strom der Neutrinos wie grauer Regen. Kernwinter war kalt und träge. Erst der Puls hatte unten Wärme erzeugt: wenige Zehntel Grad, verschwindend klein in einem Körper, der von Mitte zu Rand mehr als viertausend Kilometer maß. Mara markierte

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