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Chapter

Kapitel 11 – Die Lunge an der Wand

Ilyas kannte vier Arten, eine schlechte Prognose auszusprechen, und hatte für sich selbst eine fünfte erfunden: gar nicht. Nun stand Liv in der Tür der Medbay und sah ihn an, als sei Schweigen ebenfalls ein Stoff, den man bilanzieren konnte. »Setz dich«, sagte sie. »Ich sitze bereits.« »Dann hör auf, so zu tun, als wäre das freiwillig.« Ilyas lehnte sich zurück. Seit Keil brauchte die Brust länger als die Hände, um jede Bewegung zu beenden. Nebenan hielt Tank zwei das Labor bei einundachtzig Komma vier Kelvin. Nur ein schmaler Streifen im Reif ließ den Blick noch durch. Er befestigte selbst die passive Sauerstoffmanschette an seinem Ohrläppchen. Mara stellte eine Federuhr daneben, Nao eine zweite an die äußere Tür. Kein Gerät war mit dem Rückgrat verbunden. »Nur Ruhetransfer«, sagte Liv. »Ruhetransfer, Ausatemvolumen, stilles Polarbild«, sagte Ilyas. »Schlechter als vor dem Flug: Dann reden wir über den Oxygenator. Gleich: Dann bestimme ich, was ich mir zumute.« »Wenn sie besser sind?«, fragte Sorel. »Dann prüfen wir, warum«, sagte Mara. Die Manschette prägte ihre Kurve auf Papier. Beim dritten Atemzug blieb der Schmerz aus. Er wartete. Seit Jahren zog jeder tiefe Atemzug unter dem Brustbein, als hätten die Rippen vergessen, gemeinsam nachzugeben. Auf Kernwinter war der Zug nach der Anzugarbeit zum hellen Schnitt bis in den Rücken geworden. Jetzt hob sich

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