Kapitel 05 – Der leere Kreis
Nao spürte den Temperaturversatz, bevor der Mikroskopkreis ihn als Zahl ausgab.
Es zog an ihrem linken Arm wie ein Gewicht. Halter und Optik: zweihundertzehn Kelvin Abstand. Der Kreis nahm alte Werte und lag schief.
»Noch nicht einsetzen«, sagte sie.
Mara hielt den versiegelten Koffer in der Übergabeklammer. »Er ist geschlossen.«
»Der Kreis nicht.«
Nao löste alle drei Fasern. Schrank, Mikroskop, drei Barrieren mit je eigener Luft. Ilyas sah durchs Glas, Sorel und Liv von vorn zu. Im Kreis: keine Meddaten, keine Zellen, keine laufenden Werte eines Menschen.
Nao las vor: »Leeren Kreis unter Q0 ans Rückgrat. Dann Bus logisch aus. Lauf versiegelt, Energie begrenzt.« Mara sagte Ja. Liv gab durchs Rohr frei: »Ändert sich etwas: Lauf aus, Barrieren zu, Leiter durch.«
Nao steckte die Faser ein: optische Seele, piezoelektrischer Mantel. Das Schloss klickte bis ins Brustbein.
Nao blieb vom Gerüst getrennt. Sie legte Wärmestreifen und Federuhr hin, gab dem leeren Kreis drei feste Punkte. Das Rückgrat lieferte nur die Lage des Geräts im Schiff.
Optisch stand die Null; der Piezomantel zog noch drei Zehntel Mikrometer zur Seite. Nao glich nach, bis auch das in der Lehre lag, und schaltete den Bus logisch aus. Den Leiter ließ sie stecken, wie es das Verfahren zuließ. Der Kreis war leer gewesen, die Probe still.
Mara stellte die Doppelschale auf die Gesamtwaage. Innen trug
