Kapitel 04 – Gegenflächen
Der hundertdreißig Meter lange Bohrkanal folgte einer vorhandenen Fuge und endete in einem Raum, den kein Bohrer geöffnet hatte.
Mara blieb an der Schwelle stehen.
Sechzig Meter dunkler Boden fielen in eine Mulde ab. Achtzehn Meter hoch schlossen sich schwarze Schalen darüber. Nord und Süd trugen je sechs breite Flächen. Schwarz lag vor milchigem Stein. Mara sah die Paare, ohne sie messen zu müssen. Die leere Mitte zog ihren Blick nach unten.
»Antwortmulde«, sagte Nao.
Sorel wandte den Helm zu ihr. »Woher kommt der Name?«
»Von jetzt.«
»Wir wissen nicht, ob hier etwas antwortet«, sagte Mara.
Nao hob eine Hand. »Dann kannst du den Namen später korrigieren. Passiv.«
Liv setzte einen chemischen Marker an die Westfuge. Orange bedeutete Rückweg. Sie ritzte zusätzlich einen Pfeil in die weiche Deckschicht des Markers. »Zwölf Minuten zur Unterstation. Umkehrzeit T+18:43. Keine Ausnahme für Namen.«
Sie arbeiteten ohne Lidar. Diffuse Lampen, mechanische Schnur, Faltlehren und Polarisatoren mussten genügen. Nao trug keine aktive Verbindung zum Nabel.
Tomografie hätte den Raum in Minuten erfasst. Doch oben hatte ein Takt aus Pulsen eine Pause mit Takt erzeugt. Mara hielt ihr Messgerät aus. Der Wortlaut von Q0 ließ mehr zu, als sie hier riskieren wollte.
»Nord eins zu Süd sechs«, sagte Nao. »Die Neigungen liegen gegeneinander.«
Mara hielt einen Polarisator vor die