Kapitel 20 – Fremde Hilfe
Mara hörte Ilyas Sekunden zählen.
»Dreißig ohne Puls. Liv drückt. Mara beatmet. Sorel, Koffer auf.«
Sorel kniete schon am Schott. Der Neuro- und Reanimationskoffer war mit ihr durch den Umweg gekommen. Liv drückte; Naos Buchsen klickten gegen den Boden.
Mara beatmete. Naos Körper ließ sich bewegen; nur der eigene Takt begann nicht wieder.
Ilyas setzte zwei Elektroden. Der mechanische Schreibstreifen zeigte Kammerflimmern. »Konventionelle Defibrillation. Zwanzig Joule.«
Naos Körper zuckte. Fünf geordnete Komplexe erschienen, dann zerriss eine feine 11,4-Hertz-Welle sie wieder zu Flimmern. Der zweite Stoß brachte sechs Schläge; dieselbe Welle kehrte zurück.
Liv drückte weiter. »Ursache.«
Ilyas setzte ein Federgalvanometer zwischen Buchse zwei und drei. Es schlug im Takt des Rahmens aus, zwischen Buchse und Haut nicht. Er legte Naos Nacken frei. Die passive Bahn ihres Sinnesgerüsts sollte nur die Gehäuse auf gleichem Potential halten. Sie steuerte weder Herz noch Vagus. Nun klafften ihre Enden sechs Millimeter. Der Weg ging über den Boden zurück durch Naos Brust.
»Der Störpfad setzt nach jedem Schock wieder Flimmern«, sagte er.
»Kannst du ihn konventionell brücken?«, fragte Liv.
»Nicht hier. Die sichere Standardbrücke braucht ausgeschaltete Buchsen und Stunden in der Medbay.«
Die matte Faser zwischen den beiden Enden blieb ungetrennt mit dem Schottboden und