Reinhardt."
Sie bedankte sich, legte auf und blieb einen Moment sitzen, ohne den Plan wieder aufzunehmen. Dann holte sie aus der unteren Schublade die graue Mappe mit den Arbeitsblättern, die sie an den Anfang jedes neuen Projekts stellte — Bestandsfotos, Aktenliste, Ortsbegehungsprotokoll, Schadenskatalog — und schrieb auf die Rückseite des Umschlags mit ihrem Bleistift den Namen: Lieper Ort. Wannsee. Bestand und Fahrplan. Die Schrift war ruhig, aber nicht gleichgültig. Sie mochte den Klang des Namens. Das passierte selten.
Am Abend rief sie Leon an. Er war in München, saß seit Januar im vierten Stock einer Gründerzeit-Stuckdecke an der Residenzstraße, zusammen mit drei anderen Partnern, und der Hörer klang nach einem Büro, das eigentlich schon leer war. Sie erreichte ihn zwischen zwei Abendterminen. Er hatte diese Woche drei.
"Ein Leuchtturm", sagte er, als sie es ausgesprochen hatte. "Julia, das ist hervorragend fürs Portfolio."
Sie hörte das Lächeln, das er in der Tiefe seiner Stimme trug, wenn er gute Nachrichten sortierte. Es war dasselbe Lächeln, mit dem er ihr vor anderthalb Jahren den Ring an den Finger geschoben hatte, bei dem Abendessen in Mitte, als er ihr gesagt hatte, er werde das Münchner Angebot annehmen und sie käme natürlich mit, und sie hatten gelacht, weil das Selbstverständliche zwischen ihnen immer schon eine Form von Antrag gewesen war.
"Acht Monate", sagte sie. "Bis November."
"Bis November", wiederholte er, als wäre die Wiederholung eine Bestätigung. "Perfekt. Dann ziehst du im Dezember runter. Ich rede morgen mit Karsten über die Wohnung in der Kaulbachstraße; sie wird frei."
"Ich hab noch nicht zugesagt."
"Du sagst zu. Ein Leuchtturm in Berlin, Julia. Es ist Titelseite von Bauwelt. Du sagst zu."
Sie sagte nichts, und er hielt das für
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