Chapter

Einleitung

Einleitung. Oft habe ich mir im Stillen schon gedacht und gewünscht: hätte doch der Himmel mich, unbeschadet meines Seelenheils, einen Moslem werden lassen! — Ihr lächelt über diesen Wunsch, und wenn ich mich auch vor dem Verdacht gesichert habe, als begehre ich nach des Propheten üppigem Paradies, so mochtet ihr dennoch wähnen, daß irgend ein Theil der irdischen Freuden des Morgenlandes mir ein Gegenstand des Neides sey. Die aber sind es nicht, wonach mein Sinn steht; nicht der Pferch voll schöner Thiere in Menschengestalt vermochte den anzulocken, dessen Herz vom achtzehnten Jahr an schon so lange Zeit her in Lust und Leid für fränkische Minne geschlagen; des Osmanen Lotterbettlein wurde dem nicht weich seyn, der rühriger Kraft sich bewußt, die träge Ruhe haßt; die Wonne des Opiumverschlingers beneidet nicht, wer das fröhliche Gelag liebt, wo im Kelchglas der perlende Champagner, in grünen Römer der goldene Rheinwein, im weiten Humpen das feurige Blut der Breisgauer Rebe dem Zecher lachen; die Wonne aber der blauen Wölklein, der Duft des schwarzen Trankes gehören uns seit lange schon eben so gut als dem beschornen Sohn Muhammeds. Was ich wahrhaft beneide, das ist des Dichters Loos, dessen Hörer nicht lesen, und deuen also die lebendige, freie Rede zu Herzen dringen kann. Ein Mährchenerzähler möchte ich seyn, zu Stambul etwa, am Morgen im Palmenhain, im »Thal der süßen Quellen

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