Zwischen zwei Männern
Heiße Würstchen!« Dieser häßliche, klebrige Ausruf begrüßte sie wie ein Peitschenschlag jedesmal, wenn sie auf dem Flugplatz landete. Als hätte man sie, die ein paar Stunden dort oben in der Luft geweilt hatte, mit diesen niedrigen, an die Eßsucht gerichteten Worte sogleich einfangen und der Erde wie dem Irdischen aufs neue einverleiben wollen. Die Anpreisung kam von einem kleinen Händler her, der sich mit seiner Ware, ein paar in einer trüben Brühe herumschwimmenden Würstchen, dicht neben dem Flughafen aufgestellt hatte, wo er die Abreisenden wie die Ankommenden mit seinem Lockruf zum Ankauf seiner fleischernen Stärkungsmittel zu verführen suchte. Mit seiner fettigen, eindringlichen Stimme schrie dieser etwas verwachsene, zwergenhafte Mensch dann immerzu sein »Heiße Würstchen!« aus, als ob er sich damit zugleich auch persönlich hätte vorstellen wollen. Denn er hätte selbst ebensogut »Würstchen« heißen können, in seiner kleinen, zusammengerollten, dicklichen Gestalt, die in einer unsauberen weißen Schürzentracht wie in einer Wurstschale steckte. Gewöhnlich zündete der Kerl kurz vor dem Nahen des Flugzeugs den Kocher, auf dem sein Blechkasten und das Glas mit den Würstchen stand, an, so daß der üble, giftige Geruch seines Brennstoffes einen zugleich ebenso widerwärtig wie das unschöne Gequäke seiner Stimme hier unten empfing. Richarda benutzte letzthin im Sommer mit Vorliebe die