Chapter One
Der Riss erschien an einem Dienstag, mitten auf dem Marktplatz, und er sah aus wie eine Wunde in der Luft. Kael, der gerade vom Schwerttraining kam und noch die Ruestung trug, die in seiner Welt so selbstverstaendlich war wie in anderen Welten ein Regenmantel, blieb stehen und starrte. Durch den Riss konnte er eine andere Welt sehen — keine Fantasiewelt wie seine, sondern etwas mit harten Linien und kaltem Licht und Fahrzeugen ohne Pferde, die sich auf glatten Strassen bewegten. Und auf der anderen Seite des Risses starrte eine junge Frau in einer schwarzen Jacke zurueck, mit einem Ausdruck, der sein eigenes Erstaunen spiegelte.
"Was zum — " sagte die Frau, und ihre Worte klangen vertraut und fremd zugleich, als spaeche sie eine Sprache, die fast, aber nicht ganz die seine war. Kael legte die Hand an sein Schwert, nicht aus Aggression, sondern aus Gewohnheit, und trat einen Schritt naeher. Der Riss pulsierte, wurde groesser, und dann fiel die Frau durch — oder wurde gezogen, es war schwer zu sagen — und landete auf dem Kopfsteinpflaster des Marktplatzes, und hinter ihr schloss sich der Riss nicht, sondern wurde noch groesser.
"Wo bin ich?" fragte sie und sah sich um, und Kael sah, wie ihr Blick von den Fachwerkhauesern zu den Pferden zu seinem Schwert wanderte und wie ihr Gesicht den Ausdruck annahm, den Menschen haben, wenn die Wirklichkeit aufhoert, sich an die Regeln zu