Chapter

Widmung

An Bertha Freifrau von Marenholz geborne von Bülow in Hannover. Liebe Bertha, ich weiß nicht ob Sie Sich vorstellen können was für eine angenehme Sache es ist ein Buch zu schreiben; - welche anregende Gesellschaft man dadurch hat, wie viel Gedanken man in sich aufdämmern und klar werden sieht, was für überraschenden Blitze der Erkenntniß und des Verständnisses man in sich selbst und in Anderen wahrnimmt, wie man seine besten Kräfte und Fähigkeiten verbraucht ohne daß man sich dadurch ärmer fühlt. Aber dies Alles würde nur ein einseitiger Genuß sein, wenn nicht der Gedanke ihn erweiterte und über die Grenzen der Persönlichkeit hinausführte: du schreibst für verstehende Leser! Andre werden auf dem Wege fortgehen, in der Richtung weiter denken, den Faden fortspinnen, welche du angedeutet hast. - Und sehen Sie, das ist eigentlich meine Hauptfreude! mit diesem Gedanken schlägt mein Geist gleichsam eine fliegende Brücke zu andern Geistern, und ein Lichtelf läuft geschäftig und rastlos über sie hinüber und von Einem zum Andern, und bringt Botschaft von der großen Gemeinschaft aller strebenden Geister. Wenn ich dann zuweilen vom Denken und Schreiben auf- und in die weite Welt vor mir hinausblicke, tritt mir wol aus der Masse der fremden und befreundeten Gestalten - Eine besonders lebendig entgegen, sieht mich gedankenvoll an, winkt mir freundlich zu, fragt mir wol gar: Ja, ich verstehe

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