Chapter

Schloß Sebenberg, 3. November 1882

Schloß Sebenberg, 3. November 1882. Die Treibjagden sind vorbei, alle Gäste abgereist. Wir langweilen uns wie die Möpse, und ich habe Zeit, Dir zu schreiben, liebe Nesti. Der arme Fred ist auch fort. Er war wieder furchtbar herzig und amüsant, obwohl er ganz unglücklich ist. Mir ist leid um ihn, aber ich kann ihm nicht helfen. Sein Rahn im Gebirge trägt gar nichts, und man lebt nicht von der Luft, die freilich dort sehr gut sein soll. Aber ich habe Dir etwas viel Interessanteres zu erzählen und will Dich gleich in milias res versetzen. Lateinisch, meine Liebe! kommt von milieu. Wo ich das aufgeschnappt habe? – Gott weiß es. Ich bin halt schrecklich bildungsfähig, wie meine Gouvernante, die arme Nagel, die ich erzogen habe, heute noch behauptet. Also: spitz die Ohren! Wie ich gestern die Briefmarken einsammle (für eine Million bekommt man wirklich ein chinesisches Kind, es ist kein Aufsitzer, Du kannst Dich d'rauf verlassen und mir ein paar Tausend schicken, wenn Du sie beisammen hast), seh' ich darunter eine würtembergische. Wer schreibt uns denn aus Würtemberg, Mama? – »Das ist ein Geheimniß,« sagt die Mama, und ich seh' ihr an, daß sie drauf brennt, es auszuschwatzen. Paar Minuten später weiß ich Alles. In seiner Jugend hat Papa in einem Regiment mit dem Grafen Aich-Kronburg gedient. Beide haben sich um dieselbe reiche Erbin beworben, und der Schwabe hat sie erobert, und Papa

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.