Einleitung
Gottfried Keller ist der Verfasser eines der bedeutendsten Prosawerke der deutschsprachigen Literatur, des teilweise autobiographischen Romans Der grüne Heinrich. Die beiden hier mitgeteilten nicht-fiktionalen Selbstbiographien des Dichters stellte Jakob Baechtold 1893 ganz an den Anfang seiner Nachlass-Ausgabe. Wohl mit Bedacht, denn bereits 1894 veröffentlichte er Gottfried Kellers Leben, seine Briefe und Tagebücher, ein Werk, in welchem er den Verstorbenen anhand von Lebenszeugnissen ausführlich selbst zu Wort kommen lässt. Dies geschah in der erklärten Absicht, einer Verwechslung von Dichter und erdichteter Figur, von „grünem“ Heinrich Lee und Gottfried Keller so viel wie möglich vorzubeugen. Während die Vers- und Prosadichtungen Kellers heute fast ausnahmlos auch in digitalisierter Form erreichbar sind, Litlinks zu Keller, suchte man im Internet nach seinen autobiographischen Schriften bisher vergebens.