Vorworte
Der würdige Mann, dem die ersten Auflagen dieses Büchleins gewidmet waren, ist nicht mehr. Ursprünglich für einen kleineren Kreis von Lesern bestimmt, hat sich die herzlich gemeinte Schrift unter den Vielen, welche den Kampf des Lebens zu bestehen haben, und welchen es Ernst mit dieser Aufgabe ist, einen größern Kreis gebildet. Möge sie ihnen fortan geweiht bleiben! Es ist mit Betrachtungen eine eigene Sache. Was man besitzt, was man vermag, zieht man selten in ihren Kreis. Man hält sich am liebsten jene Tugenden vor, deren Mangel man in sich empfindet; man streicht in Büchern, die man liest, jene Stellen an, die unserm Bedürfnisse entgegen kommen; man erbaut aus weisen Maximen eine Mauer um sich, welche die eigene Haltungslosigkeit decken soll; der behagliche Städter am wohlbeschirmten Kamin erquickt sich an den beschwerlichen Großthaten eines Hannibal und Karl des Zwölften; und was man selbst nie zu leisten vermöchte, das liebt man als Dichter zu besingen, das wagt man als Philosoph zu lehren. Was nun mir die Beschäftigung mit diesen Blättern war: Erholung von den ernsthaftern und wichtigern Geschäften des Lebens und des Denkens, – das möge sie auch Gleichbestrebten sein! Je n'enseigne pas, je raconte. Montaigne. "Ob durch diese Blätter Ein Hypochondrist geheilt oder erheitert werden wird? Ich zweifle. Genug, wenn sie den Heitern nicht hypochondrisch machen."... Die