Vorwort des Herausgebers
Die Zeit trägt einen Ranzen auf dem Rücken worin sie Brocken wirft für das Vergessen Das große Scheusal von Undankbarkeit. Die Krumen sind vergang'ne Großthat, aufgezehrt So schleunig als vollbracht, so bald vergessen Als ausgeführt. Shakespeare. Vierunddreißig Jahre sind verflossen, seit Bogumil Goltz die Augen schloß. Mit ihm ging ein Mann dahin, dessen tiefempfundenen, durch echte Herzenspoesie verklärten Schilderungen seiner Kindheit und seiner Jugend, dessen köstlicher Humor und sprudelnder Witz, oft zu beißender Satire verschärft, dessen barocke Einfälle und urwüchsige Genialität das Entzücken seiner Zeitgenossen gewesen waren. Heute kennt man ihn nur noch dem Namen nach, fürwahr, Shakespeare würde mit seinen Worten Recht behalten, wenn man der Zeit nicht kurz entschlossen ihren Ranzen abschnallte und die Brocken, für uns köstliche Schätze, wieder hervorholte. Es ist eine deutsche Ehrenpflicht, die bedeutsamsten Schriften Bogumil Goltz' nicht der Vergessenheit anheim fallen zu lassen, denn wenige haben es verstanden wie er, das deutsche Gemüth, den Zauber der deutschen Heimath in ihren Schriften widerzuspiegeln, nur wenige haben die große Fülle geistvoller Gedanken und tiefsinniger Charakterschilderungen aufzuweisen wie er. Bogumil Goltz wurde als der jüngste von vier Geschwistern, zwei Schwestern und einem Bruder, am 20. März 1801 in Warschau geboren, das damals noch