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Rede von 1870

Rede von 1870 Doch will ich nicht als Historiker zu Geschichtsforschern reden – denn dazu sind die Dinge zu neu und die vorliegenden Notizen zu wenig gesichtet – sondern nur als einer von den Millionen, die an den Ereignissen Anteil genommen haben, des Eindrucks gedenken, den sie schrittweise in ihrer Entwicklung hervorbrachten. Wir fürchteten alle den Krieg, aber wir besorgten ihn nicht. Das Furchtbare daran war der Kampf zwischen den beiden militärisch und vielleicht auch intellektuell am meisten entwickelten Nationen; dem östlichen und westlichen Reiche, die einst aus dem karolingischen hervorgegangen, nahe zusammenhängend, jedoch in verschiedenen Richtungen entwickelt, hauptsächlich als die Träger der okzidentalischen Kultur auf dem Kontinent erschienen. Wer von uns allen ist ohne Einfluß des französischen Geistes geblieben? Der Formen ihrer Literatur, ihrer politischen Theorien und Tendenzen, ihrer gesellschaftlichen Ausbildung? Wie viele von uns haben sich der Gastfreiheit zu rühmen gehabt, mit der sie von den französischen Gelehrten aufgenommen und zur Benutzung der wissenschaftlichen Schätze zugelassen worden sind! Nicht in exklusiver Abschließung bestand das Wesen der französischen Hauptstadt, sondern darin, daß sie vermöge ihrer zentralen Lage den Mittelpunkt für Italien, Spanien, England und Deutschland bildete, dem sich auch die osteuropäischen Nationen und die

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