Erstes Kapitel - Der Bär von Château-Thierry
Ich brauche euch nicht zu sagen, daß Château-Thierry ein hübsches Städtchen ist, an dem rechten Ufer der Marne, etwa zwanzig Stunden von Paris; daß es sich amphitheatralisch an den Ufern des Flusses erhebt; daß zahlreiche Schiffe, welche ununterbrochen mit Mundvorräthen an seiner Mauer vorbei nach Paris segeln, ihm das heitere Aussehen einer Handelsstadt verleihen; endlich daß der berühmte Fabeldichter, Johann von Lafontaine, der seinen Geist unter einer Thiermaske verbarg (darin sehr verschieden von unseren modernen Schriftstellern), daraus entsprossen ist. Das wißt ihr Alles so gut wie ich, und für den Fall, daß ihr es nicht wüßtet, könnt ihr es in jedem geographischen Handlexikon nachschlagen. Was man euch jedoch nicht zumuthen kann, zu kennen, das ist die Gesellschaft von Château-Thierry; wenn ihr aber schon in einer kleinen Provinzialstadt gelebt habt, so könnet ihr euch leicht eine Idee davon machen: das Gemälde ist bis auf eine Kleinigkeit, bei allen das nämliche. Man ist dort neugierig, geschwätzig, schmähsüchtig; Adelige, wenn es welche gibt, gehen nur mit einander um; der Beamtenstand ladet nur reiche Leute oder die sogenannten besseren Bürger, welche die zweite Klasse bilden, zu sich ein; die dritte Klasse besteht aus geringen Leuten, Künstlern und Proletariern (ein Wort, welches seit einigen Jahren Glück macht). Jede dieser drei Klassen hält sich streng