Vorwort
Der Held dieses Buches ist der junge Indianer Pirre Minnegouche vom Stamme der Naskapi. Nicht die Phantasie eines weißen Mannes hat seine Abenteuer ersonnen, sondern das Leben selbst hat seine Geschichte aufgeschrieben. Der Forscher aus der Welt der Zivilisation brauchte ihm nur nachzugehen und die Zeichen aus den uralten Bäumen der Jagdgründe, den Wellen der gewaltigen kanadischen Seen, den Strahlen des Nordlichts und den Visionen des Lagerfeuers in die Sprache der weißen Welt zu übersetzen. Noch heute durchschweift Pirre mit den Seinen die Urwälder Labradors, und sein Kanu trägt ihn über die Stromschnellen und Wasserwege des Inneren. Denn diese Indianer leben genau noch so wie in den uralten Zeiten, wie ihre Vorfahren vor vielen hundert Jahren. Pirre kann weder lesen noch schreiben. Die Jagdgründe der Wildnis sind seine Schule gewesen. Die Künste und Wissenschaften, in denen er Meister ist, sind von anderer Art als die des weißen Mannes, der in den ungeheuren Wäldern Labradors ohne die Weisheit der Indianer verhungern und verderben müßte. Statt Büchern liest Pirre die Sprache der Bäume, der Tierfährten und des Vogelfluges, statt Mathematik und Physik hat er gelernt, Biber, Nerz und Luchs in seinen selbstgebauten Fallen zu fangen. Das Wort »Geschichte« ist ihm unbekannt – statt von Kriegen und Heerführern vernahm er von Kindheit an die uralten Zaubergeschichten der Wildnis,