Chapter

Erstes Kapitel

Herr Günther beantwortete die zarte Andeutung auf seine Privatgeheimnisse nicht; er blies dicke Dampfwolken von sich und ergriff erst nach einer Weile wieder das Wort. »Die Male hat keine Kinder mit ihrem Mann?« »Bis jetzt nicht, Franz. Sie sieht sehr mager aus, als hätte sie das Schwindende, aber sie hat einen wahren Teufel im Leibe und in den Augen und das hält sie aufrecht. Und einen Staat macht sie, es ist nicht zum Ansehn, auch Equipage hat er ihr müssen anschaffen, und sie bringt ihn sicher noch einmal zum Bankerott trotz des Lotteriegewinns, der ihm damals aus der Patsche half.« Der ehemalige Kommissionär schüttelte den Kopf. »Eine merkwürdige Heirat bleibt's man immer. Ich hätte eher jedacht, daß die Türme auf 'm Gendarmenmarkt infallen würden, als daß die Male noch einmal den schönen Carl heiraten könnte, obschon sie doch weiß, daß er es war, der ihr den Leutnant in der Friedrichstraße runter jeputzt hat.« »Liebe, Franz,« erwiderte die empfindsame Amande, »erweckt endlich Jegenliebe, so habe ich es immer jelesen. Hat Herr Polenz nicht etwa lange jenug um sie jeworben, wie Jakob um Rahel oder der Ritter von der feurigen Rose um die schöne Kunijunde von der Blutburg?« »Ich kenn' man die Herrschaften nich, aber deß weeß ick, det die Male ihren Zweck dabei jehabt haben muß. Und Du sagst also, deß sie Dir jut uffgenommen und sich mit mich aussöhnen will?« »Ja, Franz. Es

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