Schnell-Galgen!
Schnell-Galgen! Der Bruch zwischen den beiden Führern der ungarischen Revolution Kossuth und Görgey, war durch den kühnen Schachzug des ersteren, am 14. April das Haus Habsburg durch den Reichstag zu Debreczin des Throns von Ungarn verlustig und Ungarn als Republik erklären zu lassen, nur größer geworden. Gegenüber den Tendenzen der republikanischen Umgestaltung wollte Görgey, in offenbar richtiger Erkenntnis der Stimmung des Volkes und des Heeres, eine Aussöhnung mit dem Kaiserhause, und seine politischen Wünsche gingen über die Märzerrungenschaften nicht hinaus. Kossuth, um den Einfluß seines Nebenbuhlers auf die Armee zu entfernen, ernannte ihn zum Kriegsminister; Görgey arbeitete auf die Isolierung des Diktators und die Beseitigung der Polen. Die Verhandlungen des Kabinetts von Olmütz wegen Intervention Rußlands, deren wir bereits im ersten Band erwähnt, waren unterdes zum Abschluß gediehen, um so rascher, als eine Ausdehnung der ungarischen Revolution, die zum Teil unter polnischen Führern stand, Rußland selbst bedrohen mußte. Ein russisches Korps unter Lüders drang am 19. Juni durch den Roteturmpaß in Siebenbürgen ein, schlug die Magyaren und besetzte Hermannstadt, indessen auch die Österreicher im Süden wieder vordrangen und sich Kronstadts bemächtigten. Die russische Hauptmacht unter Paskewitsch, an 130 000 Mann stark, rückte durch Galizien in Ungarn ein; Bem wurde aus