Grün, Rot und Weiß
Im Dezember 1848 hatte nach der Abdankung des gutmütigen und schwachen Kaisers Ferdinand sein Neffe Franz Joseph I. den Thron bestiegen, dessen energische Mutter, die Erzherzogin Sophie, jetzt die Zügel in der Hand hielt. Noch ehe das Jahr zu Ende, rückte die Kaiserliche Armee unter Windischgrätz in Ungarn ein. Rasch bemächtigten die Österreicher sich des rechten Donau-Ufers, zernierten Komorn und rückten gegen Ofen vor, während Schlick in Kaschau stand. Die Revolutions-Armee war ungenügend und erst in der Bildung begriffen, die Führer waren ratlos und uneinig und rechneten auf Hilfe von außen. Entmutigt schickte der Reichsrat eine Deputation an den Fürsten Windischgrätz, um zu unterhandeln, erhielt aber zur Antwort, daß unbedingte Unterwerfung gefordert werde. Am 5. Januar hatten die Kaiserlichen Buda-Pesth besetzt. Auf diesem Punkt des Sieges wandte sich das Geschick. Ein harter und ungünstiger Winter lastete schwer auf der kaiserlichen Armee, die an verschiedenen Punkten zersplittert stand und nur wenige einzelne Erfolge errang, während das militärische Genie des ungarischen Feldherrn Görgei sich jetzt in vollem Glanze zeigte. Mit den zusammengerafften unausgebildeten Truppen der Honveds führte er den geschickten Rückzug von der Donau nach den Bergstädten aus und hielt sich gegen die Angriffe des Schlickschen Korps. Hinderte auch augenblicklich seine weiteren Erfolge die