Zar Peters Werktag
Im dunklen und niedrigen Zimmer hörte man ein Schnarchen, ein tiefes, mühsames, pfeifendes und gurgelndes Schnarchen. Es roch nach Tabak, nach überstarkem Branntwein und einem überheizten Ofen. Plötzlich wurde das Schnarchen weniger tief und heiser und hörte gänzlich auf. Man hörte jemand mit den Lippen schnalzen, brummen, und nun begann ein Husten, ein Raucher- und Säuferhusten, ein Räuspern, ein Spucken. Das Bett quietschte, der Mann setzte sich auf. Im ersten Morgenlicht, das durch das schmale, dicht vergitterte Fenster drang, konnte man kaum das geschwollene, große Gesicht in einer Schlafmütze, die Strähnen dunkler, schmutziger Haare und ein zerdrücktes offenes Hemd unterscheiden. Der Sitzende rieb seine volle Brust und gähnte; er scharrte mit den Pantoffeln, steckte die Füße hinein und wandte den Kopf zu dem riesigen, weit nach vorne herausstehenden Kachelofen. Auf der Ofenbank lag ein Soldat in Waffenrock und hohen Stiefeln und kratzte sich im Schlaf. Der Sitzende rief ohne Übereilung mit tiefer Stimme: »Mischka!« Wie heruntergeweht von der Ofenbank war der Soldat. Ohne die Lider ganz geöffnet zu haben, stand er schon vor dem Bett. Er wackelte einen Moment, zuckte aber sofort zusammen, stand stramm, reckte die Brust heraus und zog die Lippen ein. »Soll ich noch lange auf deine Fresse schauen, du Hundesohn?« fragte der Sitzende mit demselben behäbigen Baß. Mischka machte