Erstes Kapitel
Die Stadt liegt – sagen wir – ganz genau mitten in Mitteldeutschland; aber glücklicherweise erinnern wir uns noch gerade zur rechten Zeit jenes Pfaffen, dem Eulenspiegel nachwies, daß er, der geistliche Herr, das Zentrum seiner Kirche keineswegs ganz genau zu treffen wisse, und hüten uns wohl, eine Wette in betreff der absoluten Richtigkeit unserer geographischen Breiten- und Längenbestimmung anzubieten. Es ist aber eine feine, alte, gar nicht unbedeutende Stadt, und wer daselbst noch außerhalb dieser Geschichte zu tun hat, der findet sie wohl auch ohne Polhöhe- und Meridianberechnung mit Hülfe der ersten besten Post- und Eisenbahnkarte, sowie eines Eisenbahnbilletts. Ihre Bewohner sind mit Recht stolz auf sie und haben jedenfalls selber Geschmack gezeigt, als sie sie halb in die Ebene und halb an den Berg hinbauten. Auf dem Berge liegt das Schloß, in welchem vordem eine Seitenlinie des Herrscherstammes residierte, das aber jetzt längst der Herrscherhauptstamm selber wieder an sich genommen hat, um darin seine Autorität durch eine erkleckliche Reihe von Provinzialbehörden, die nicht immer untereinander auf dem besten kollegialischen Fuße leben, vertreten zu lassen. Die Stadt ist, sozusagen, verhältnismäßig voll von alten Kirchen und sonstigen hervorragenden öffentlichen und Privatbauten; zwei oder drei malerische Tortürme mit anhängendem Umwallungsgemäuer hat sie gleichfalls