Chapter

Ein Gespräch und ein Experiment

In der Beletage eines stattlichen Hauses am Neuen Markt in Berlin sitzen sie zu zweit an einem runden Tisch, Herr Friedrich Zorn, der im Erdgeschoß des Gebäudes eine "Churfürstlich privilegierte Apotheke" betreibt, und der Pastor Primarius Gotthelf Jeremias Porst aus Malchow. "Votre santé Auf Ihr Wohl, Herr Schwiegervater", sagt der Pastor Porst und hebt sein Glas, in dem ein alter Ungarwein goldig schimmert. Der Apotheker nickt nur und nimmt einen winzigen Schluck. "Sie sind en mauvaise humeur Sie sind mißgestimmt, wie mir's scheinen will, Herr Schwiegervater", fährt Porst fort. "Worüber haben Sie sich ennuyiert Worüber haben Sie sich erregt?" Die Frage des Pastors gibt dem Herrn Friedrich Zorn Anlaß, seinem Herzen Luft zu machen. "Es ist wieder der Böttger, der mir Verdruß schafft", legt er los. "Es war ein Fehler von mir, Porst, daß ich den Burschen wieder aufgenommen habe, als er halb verhungert zurückkam und wehmütig um Verzeihung bat. Ich hätte besser getan, ihn damals hinter schwedische Gardinen setzen zu lassen. Genügende Ursache dafür war vorhanden. Er hatte genug von meinen Chemikalien und Geräten mitgehen heißen, als er zu dem anderen mauvais sujet Schlechter Kerl, dem Siebert, in die Adeptenbude vor dem Spandauer Tor ausrückte. Ich habe mich persuadieren Ich habe mich überreden lassen lassen... es ist vergebene Liebesmühe. Der Böttger läßt das Sudeln und das

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