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Carmelina, das Fischerkind von Capri

Habt ihr schon mal etwas von Capri gehört? Aus tiefblauem Mittelländischen Meer, unweit der süditalienischen Stadt Neapel taucht es wie eine Märcheninsel mit seinen wildzerklüfteten Felsen, mit hohen Palmen und sanft ansteigenden Weinbergen, mit seinen weißen, in Zitronen- und Orangenhaine gebetteten Häusern empor. Dort ist die Heimat der kleinen Carmelina. Wo sich der Weg steil und steinig aufwärts zu den Ruinen der einstigen Villa des römischen Kaisers Tiberius schlängelt, an der Via Tiberio steht ihr Häuschen. Rebhügel umkränzen es. Bunte Blumen wuchern lustig aus jeder Mauerritze. Ein kleines, weißes Haus ist es, mit flachem Dach und Bogenvorbau wie die meisten italienischen Häuser. Aber Carmelinas Haus hat noch etwas Besonderes. Nicht das schöne, blaue Majolikagesims, das Fenster und Türen einrahmt; das haben hierzulande auch viele andere Häuser; nein, eine Inschrift steht an dem Hause. Sie ist italienisch. Carmelina kann sie lesen. Denn sie ist ja eine kleine Italienerin. » Casa della bella Carmelina« – Haus der schönen Carmelina. Oft stand Carmelina vor ihrem Häuschen und buchstabierte diese Worte. »Die schöne Carmelina«, das war die Großmutter, die einst wegen ihrer Schönheit und wegen ihrer Tanzkunst berühmt gewesen war. Keiner auf Capri hatte die Tarantella, den italienischen Tamburintanz, so wie sie tanzen können. Die Fremden, die nach der Insel gekommen waren, die

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