Die spanische Reise
I. Herrn Wippchen in Bernau. Eine freudigere Ueberraschung konnten Sie uns nicht bereiten, als durch Ihr freiwilliges Anerbieten, die Berichterstattung über den Besuch des Deutschen Kronprinzen in Madrid zu übernehmen. Denn wir hatten zwar die Absicht, Sie darum zu bitten, aber doch nicht den Muth dazu, da wir wissen, wie ungern Sie sich mit etwas Anderem, als mit dem Krieg beschäftigen. Wir danken Ihnen nunmehr um so herzlicher und wünschen Ihnen Glück zu dem interessanten Stoff. Die Fahrt unseres Kronprinzen nach Spanien ist ein glänzendes weltgeschichtliches Ereigniß, die Augen von ganz Europa sind auf dieselbe gerichtet, und Alles daran ist sensationell, überraschend, pikant. Die Berichterstattung ist vielleicht niemals vor ein Thema gestellt worden, welches, wie diese Reise, zugleich bedeutend und reizend ist. Eines nur in Ihrer werthen Zuschrift ist uns unverständlich geblieben. Sie ersuchen uns, Ihnen umgehend eine rothe Fahne, wie solche bei Stiergefechten verwendet wird, zu senden. Wo sollen wir dergleichen hier finden, und was wollen Sie damit? Ihrem ersten Berichte entgegensehend, grüßen wir Sie ergebenst Die Redaktion. *** Bernau, den 15. November 1885. »Setz' Deinen Fuß auf ellenhohe Perrücken, Du bleibst doch immer, was Du bist!« würde ich Ihnen zurufen, wenn wir eines Tages ein Du geleert hätten. Denn Sie meinen sehr richtig, mir wäre der Mars die liebste