Kapitel 1
Die stillen, unbewegten Novembernebel hatten sich nicht einmal zum Regen verdichtet; da fegte über Nacht eine rauhe, stürmische Kälte sie weg. Der bisher zähe, dem Fuß stehende Sand wurde hart mit allen seinen Erhöhungen und Vertiefungen von Wagengeleisen und Stapfen von Mensch und Tier. Die wenige feinzersprühte Feuchtigkeit des Nebels, gefrierend in dem jähen Kältesturm, sprengte in der obersten Schicht des Erdbodens; und so lag ein dünner, wie mit engstem Sieb gebeutelter Staub auf Wegen und Straßen. Zuweilen stieß ihn und blies ihn der Wind auf, wirbelte ihn durch die trotz der Kälte nicht klare Luft und schleuderte ihn unbehaglich auf Mensch, Tier und Baum. Es war eine bösartige Kälte, von der Sorte, die auf dem Wetterglas ihre Tücken nicht verrät. Schlich ein Handwerksbursche daher, so hielt er die Hände in den Taschen bis fast zu den Ellenbogen und klemmte Stock und Bündelchen an den Leib. Er machte den Hals so kurz wie möglich und konnte sich nicht helfen, wenn Auge und Nase weinten. Die Akazie, unter der er dahinstrich, zwickte grade noch seinen verbeulten Hut, begab sich aber übrigens der Schadenfreude und stand mit ihren paar schwarzen Blattfächerlein im harten Kummer da. Wer es besser hatte als der kahle Baum und der kahle Mensch und im Wagen wohlverwahrt seiner Straße zog, stellte den Kragen seines Überrockes hoch, daß die Ohren zugedeckt waren, und freute sich,