Wilm Ollenpricks Insel - Erstes Kapitel
Der Schiffskapitän a. D. Wilhelm Ollenprick war glücklich. Wir saßen in der Weinlaube vor seinem Häuschen, das da so gemütlich am rechten Ufer der Swine liegt, mit Aussicht auf Fluß, Hafen und Leuchtturm … Wir saßen im Halbdunkel … Nur durch das eine Zimmerfenster, wo die elektrische Deckenlampe brannte, fiel ein breiter Lichtstrom über den Laubentisch und die Bowle und die alten, geschliffenen Römer. Harst nahm einen langen Schluck der köstlichen Erdbeerbowle und erwiderte sinnend: »Sie haben doch sicherlich in Ihrem Leben mancherlei Sonderbares kennen gelernt, Ollenprick … Erzählen Sie uns als Dank dafür, daß Ihre Sonnenuhr jetzt nicht mehr mit Stearin beträufelt wird, und daß niemand mehr mit einer Luftbüchse nach Ihnen schießt, das seltsamste Erlebnis aus Ihrem fünfzigjährigen Seemannsdasein … Es muß aber auch wirklich etwas Seltsames und … etwas Wahres sein, Freund Käpten … Kein Schiffslatein, keine Seemünchausiade!« Ollenprick kniff die Augen etwas zu und qualmte mächtige Wolken aus seiner Piep … »Hm — etwas Seltsames … Dja — das ist schwer, lieber Harst, denn Sie sind in dieser Beziehung verdammt verwöhnt … Aber … — etwas habe ich doch mal erlebt, das ich stets ganz für mich behalten habe … Denn — — es hätte mir ja doch niemand die Geschichte geglaubt …« »Wenn sie nur wahr ist!« schmunzelte Harald … »Mein Wort darauf,« meinte der alte Käpten sehr ernst … »Mein Wort