Erstes Buch
Willi hatte das Pensionat mit Auszeichnung verlassen. Er kehrte aus Verro nach Hause zurück, streifte im Park umher, las Schiller und schwieg rätselhaft. Ustinja Jakowlewna beobachtete, wie er sich oft beim Lesen der Verse umwandte, und wenn niemand zu sehen war, das Taschentuch an die Augen drückte. Ohne es selber zu merken, legte ihm dann Ustinja Jakowlewna ein besseres Stück auf den Teller. Willi war schon ein großer Junge, bald vierzehn, und Ustinja Jakowlewna fühlte, daß irgend etwas mit ihm unternommen werden müsse. Es wurde ein Familienrat zusammengerufen. Aus Pawlowsk kam der junge Cousin Albrecht, eingezwängt in die enge Gardehose; es kam die Tante Breitkopf, und der Freund des seligen Karl Iwanowitsch Küchelbecker, Baron Nikolai, ein kleines, weißhaariges Männchen, wurde auch mit eingeladen. Dieses ganz alte Männchen roch in einem fort an einem Fläschchen mit Riechsalz; außerdem war es ein Naschmaul und stärkte sich ununterbrochen mit Lutschbonbons aus einer antiken Bonbonniere. Das lenkte den Alten derart ab, daß er nur mit Mühe bei der Sache bleiben konnte. Im übrigen benahm er sich würdevoll und verwechselte nur ab und zu die Namen und Ereignisse. »In was für eine Anstalt soll Willi nun kommen?« Ustinja Jakowlewna sah mit einer gewissen Furcht die Teilnehmer des Familienrats an. »Willi?« fragte das Männchen sehr höflich. »Wo Willi hin soll?« Er roch an seinem