Erstes Kapitel
Und werd' ich so alt wie das Moos an der Wand Und fehlt mir das Auge und zittert die Hand: Ich glaub', ist's vorbei mit dem Weidwerk hier. So schenkt mir der Herrgott ein beßres Revier. So sang ein Reiter, der sich in langsamem Schritt einen Hügelzug im nordöstlichen Jütland hinanbewegte. Auf dem Kopfe trug er eine alte verschlissene Offiziermütze, die das sonnenverbrannte Gesicht mit dem grauen Vollbart und den braunen, unter buschigen Brauen fröhlich in die Welt hineinzwinkernden Augen nur wenig beschattete. Die graue Joppe stand offen und ließ eine Weste mit Uniformknöpfen sehen. An den Beinen hatte er lange, kotbespritzte Wasserstiefel, und über dem Rücken hingen gekreuzt die Büchse und die Jagdtasche, aus deren Netz die Füße und Schnäbel von ein paar Wildenten hervorguckten. Die starkknochige Stute war schweißbedeckt, und der Hühnerhund, der hinterdrein trottelte – einer von der alten dänischen Rasse, grau mit großen braunen Flecken –, ließ die weiße Zunge lang aus dem Maul heraushängen. Es war ein glühendheißer Julitag. Ja, werd' ich so alt wie das Moos an der Wand, begann der Reiter von neuem, aber gerade als er auf dem Kamme des Hügelzugs die vierte Zeile sang, wälzte sich ihm eine dichte Staubwolke entgegen, und einen Augenblick später hielt ein offener Landauer – Extrapostbeförderung aus der nächsten Stadt – neben ihm. In dem Wagen saß ein jüngerer Mann, eine Karte in