Kapitel 1
» Spaniens oder Clapham? Das ist die Frage.« Ein funkelnagelneues Landhaus an der staubigen Straße von Clapham – auf der funkelnagelneuen Messingplatte an der Thüre die Inschrift: »Herr Augustus Jones« und übrigens nichts als Langweile und Anstand. Ein steifer, langweiliger Empfangssalon, ein eben solches Speisezimmer, einen ebensolchen Ehegemahl und alles Andere ebenso. Unter den Füßen schöne Brüssel-Teppiche und über dem Kopfe eine Sonne, die ungefähr so viel Luft, Wärme und Behagen verbreitet, wie eine Talgkerze. Dienstboten, die ihre Herrschaft ausspioniren und bestehlen – vielleicht einen Brougham mit dem Wappen und der Livrée der Familie Jones, unbestrittene Respectabilität, unbestrittenes Ansehen – als ob man sich dafür etwas kaufen könnte! Von Amusement, Spiel, Wettlaufen, genug von Allem, was man ein lustiges, fröhliches Leben nennt, gar keine Rede! Das bietet Clapham! Und Spanien? Spanien, das da drüben über den Pyrenäen liegt, von wo gerade jetzt ein warmer Wind in Miß Belinda's Gesicht weht – was hat Spanien in die Wagschaale zu legen? Einen langweiligen Ehegemahl – das hätten beide Zukunfts-Aussichten mit einander gemein, aber die zweite ist doch in anderer Beziehung nicht ganz so trostlos. Maria José de Seballos, Weinhändler und Agent in Sevilla, ist im Ganzen ein netter kleiner Mann, den – das ist gewiß – kein Ueberfluß an Geist drückt, der aber leichtfüßig walzt