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Wiener Bummelgeschichten

Er war ein lieber Kerl, der Edi Hoffinger. Wenn man irgend einen seiner Bekannten oder »Freunde« ganz vertraulich unter den Arm nahm und fragte: Sie, was halten Sie denn eigentlich von dem Edi Hoffinger? – was die Leute da antworteten, der eine mit den Augen zwinkernd und den Kopf wiegend, der andere die Lippen spitzend und die Luft zu einem leisen, bedeutsamen Pfiff einziehend, das waren immer wohlwollende Variationen zu der Melodie: Der Edi Hoffinger ist ein lieber Kerl. Bei der Frau Sophie Grünthaler und ihrer Tochter Mizzi war er sogar noch etwas mehr, da war die Melodie durch eine Octave verstärkt, da galt er als ein allerliebster Kerl. Die Frau Sophie Grünthaler war eine Hofrathswitwe, zu der Edi jeden Samstag – ob schön, ob Regen – zum Nachtmahl kam, zu einem gewöhnlichen Wiener Nachtmahl, nicht zu viel, nicht zu wenig, Braten oder »Kaltes«, einige Krügel »Pils« und Cigarren. Sie war ihm gegenüber nicht nur von jener vulgären Liebenswürdigkeit, von der »Man kann nicht wissen«-Liebenswürdigkeit der meisten betöchterten Frauen, sondern auch von einer gewissen hätschelnden, ja koketten Zärtlichkeit: sie hob ihm lächelnd mit ihren wammigem beringten Fingern das Kinn, schäkerte ihm gern in die Augen, streichelte ihm einen leichten Schlag auf die Wange oder zerraufte ihm, seinen Kopf an sich drückend, die Haare. Meistens vertrug Edi diese Mütterlichkeiten, aber manchmal konnte

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