Prolog
Dieses war das Bild, das Friedrich Thorsberg vor Augen sah, wo er ging und stand, unter den Menschen und in der Einsamkeit... dieses war das Bild: Windgepeitscht der Abend. Unter der hochgewölbten Rheinbrücke tief drunten der Strom. Dunkle, hastig gleitende Hochwassermassen, auf Steinwurfweite ins Schwarze sinkend, Über die Brücke eilig hinschreitend ein Mann, rotbärtig, barhäuptig, zwischen zwei Soldaten, braunhäutigen Burschen, den roten Fes im Nacken, die blitzenden Bajonette an den Gewehrläufen. Links und rechts am Handgelenk gepackt, schritt der Rotbärtige. Was ihnen entgegenkam, stob scheu vor dem Tierschrei der Soldaten auf die andere Brückenseite, schwand im Dunkel. Eine Kinderstimme rief. Wind und Regen wirrten die Töne.»Badhaus, Vater!«Nur dem Rotbärtigen wirrten sie sich nicht. Plötzlich begann er im Hinschreiten zu reden, kurze Sätze, in einer fremden Zunge. Die braunen Burschen fuhren aus ihrem Trott empor, überrascht, offenen Mundes, Heimatklänge aus Wüstenländern in den Ohren. Und im selben Augenblick glitt auf der regenglatten Brücke ein Kind aus, ein Mädchen, vierzehnjährig, dem einen der Burschen zwischen die Füße, daß er mit einem Fluch jählings über den rollenden Körper dahinstürzte. Dem andern stieß der Rotbärtige mit wilder Wucht das Knie zwischen die Lenden, sah ihn hinsacken wie ein gekentert Boot. Wieselgleich war das Mädchen entwichen. Die Brücke voll