Die Familie des Amtmanns
Inmitten der geräumigen Wohnstube stand der große, breitschultrige Amtmann von Waldhausen und las seiner Frau, die neben ihm stand, mit lauter Stimme einen Brief vor; denn der Amtmann war ein rascher Mann, und was eben vorlag, mußte bei ihm sofort und auf dem Platz, wo er sich befand, ausgeführt werden. So war er vor wenig Minuten da stehen geblieben, wo ihm von dem Hausmädchen ein Brief überreicht worden war, hatte ihn schnell erbrochen und las nun den Inhalt seiner gespannt lauschenden Frau vor, die zu ihm hingetreten war. Auch noch andere Zuhörer waren da, die mit nicht geringerer Spannung den Worten folgten. Das waren die vier Kinder des Amtmanns, die eben jetzt am großen viereckigen Tische saßen, jedes mit einem Papier vor sich und einem Bleistift in der Hand. Alle vier machten die Augen auf, als wollten sie damit die Worte verschlingen, und mit zurückgehaltenem Atem folgten alle den Mitteilungen, die sichtlich von ganz besonderem Interesse für sie sein mußten. Als der Vater zu Ende gelesen hatte, steckte er den Brief ein und sagte befriedigt: »So ist's recht! Nur keine langen Vorbereitungen! Noch heute kommt er, da kann er gleich Preisrichter sein, und ist er ein guter Lehrer, so lehrt er den Max, daß es außer ihm auch noch zwei oder drei Menschen gibt, die etwas sind, und die Elsa – da ist nicht viel zu sagen; aber den Lex, den lehrt er, daß man auch in eine Tür treten