Wie Doktor Amalgi starb
1. Kapitel. Für immer … Jemand rüttelt mich kräftig … Weckt mich aus angenehmen Träumen … Aus Träumen von einem behaglichen Bett in meinem behaglichen Schlafzimmer daheim in Berlin-Schmargendorf, Blücherstraße … Leider nur Träume … Unser jetziges vorübergehendes Heim ist durchaus nicht behaglich … Eine Hütte, aus Zweigen geflochten, außen noch bedeckt mit den Riesenblättern der Kanna odorata1, des Stinkkrautes, … — Die reine Ironie ist dieser Name für diese Stänkerpflanze: die duftende Kanna!! — Ja — — duftend!! Aber wie!! Wie ein Kehrichthaufen etwa, den die pralle Sonne bescheint! — Und doch hatten wir diese Blätter zum Abdichten der Hütte benutzen müssen, weil wir sonst hier auf der kleinen Insel im Salzsee der indischen Thar-Wüste2 bei diesen tropischen Regengüssen dauernd pitschnaß gewesen wären … Kein liebliches Quartier … Keine wohltuenden Nächte … Nur stets dahindösend in einer Art Halbschlaf — — zuweilen für Minuten in wirre Träume versinkend, wieder aufschreckend durch einen frechen Wassertropfen, der sich durch das Hüttendach unschwer einen Weg gebahnt hat und das Gesicht trifft … — So hausen wir fünf Gefährten nun bereits drei Tage auf dieser Insel — wir fünf: Doktor Georg Amalgi, die Engländerin Honoria Goord, Amalgis Diener Hubert Enoch und wir beide, Harald Harst und ich … Wir fünf, die wir nach den mannigfachsten Abenteuern schließlich hier auf dieses Eiland im