Wie der Teufel den Schwanz verlor
Der Teufel hat den Schwanz verloren, Er sitzt beschämt daheim und klagt. So hört mir zu, spitzt eure Ohren! Die Mär sei nicht umsonst gesagt. Vor allen euch, Poeten, gilt es; Bedient euch gleichen Schirms und Schildes, Wenn euch einmal der Teufel plagt! Im Schweiß des Angesichts, des blassen, Saß einst ein Dichterling und schrieb, Indes der Schnee, toll ausgelassen, Sich um die matten Scheiben trieb. Doch heute ging es nicht, das Reimen, Trotz zwängen, flicken, biegen, leimen, Wie er die Stirn auch glühend rieb. Du gute deutsche Muttersprache, Was bist du ein gesundes Weib! Wie hat mit Folter man und Plage Zerschunden dir den schönen Leib! Und doch voll Kraft die jungen Glieder! Wann kommt dein Simson, daß er wieder Zu Paaren die Philister treib! Verzweifelnd nagte an dem Kiele Der Dichter, plötzlich sprang er auf: »Zum Teufel mit dem dummen Spiele! Zu was die Ware, wo kein Kauf? Die ganze Welt hab ich besungen, Durch Eis und Wüsten mich gerungen; Zu Bergen steigt der Hefte Hauf. Allein die Menschheit liegt im argen; Die Mode gilt bei Buch und Frack. Den Lorbeerkranz, den dürren, kargen, Man wirft ihn weg an Lumpenpack. Indes sie meinen glühend heißen Gesängen kalt den Rücken weisen, Herrscht allwärts dummer Ungeschmack. Was ich euch biet, ist lauter Honig; Ihr lauft, als wär es saurer Wein! Wie in dem Pestspitale wohn ich Mit meinen Versen hier allein. Verdammtes