Chapter

Der-Mann-Am-Zaun

Die Dürre hatte alles genommen, was sich ohne Männerhände nehmen ließ, und was übrig war, holte sich die Bank im Herbst. Della Hart lehnte an der obersten Latte des Rundpferchs und sah ihre beste Chance — fünfzehn wildäugige Mustangs — sich im Staub dumm rennen. Vor zwei Wochen vom Hochland eingefangen, allenfalls halb zugeritten, und für niemanden einen Cent wert, ehe nicht jemand sie weit genug besänftigte, um sie als Reitpferde zu verkaufen. Ihr Mann hätte es gekonnt. Tom hatte ein Gespür für ein verängstigtes Tier — langsam, geduldig, ganz so, wie er es in den frühen Jahren mit ihr gehabt hatte. Aber Tom lag seit achtzehn Monaten unten am Bach in der Erde, und Della hatte ihre eigene Gabe zur Geduld gleich mit ihm dort begraben. Sie hörte den Fremden, ehe sie ihn sah. Hufe, die im Schritt die Straße heraufkamen, ohne Eile, ein Mann, der wusste, dass man einen Ort nicht bedrängt, an den man nicht gebeten wurde. Er hielt an ihrem Tor und stieg nicht ab. Sonnengegerbt, von der Straße dünn, ein Hut, der mehr Wetter gesehen hatte, als der Mann mit Leichtigkeit trug. Sein eigenes Pferd stand mit losen Zügeln und ruhig, was ihr mehr sagte als alles, was er hätte sagen können. "In der Stadt hieß es, Sie suchen einen Zureiter", sagte er. "Falsch gehört. Ich suche ein Wunder. Ein Zureiter ist nur das, wofür ich eins bezahlen kann." Sie blickte zum Staub, wo die Mustangs noch

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