Chapter

Erstes Kapitel

Am siebzehnten November, abends ein Viertel vor sieben Uhr, wurde der Assistenzarzt Doktor Eggebrecht im Vorgarten seines Hauses, wenige Schritte vor dem Eingang zu seiner Wohnung, tot aufgefunden. Es war ein sturmdurchpeitschter Herbsttag, die Luft regennaß, der Himmel schwarz und drohend. Die Bäume, die die Straßen einsäumten, bogen fauchend ihre kahlen Äste. Die Silhouetten der Häuser standen wie lauernde Gespenster im Dunkel. Durch die menschenverlassenen Straßen schlich die Schwermut. Die Haushälterin, Frau Milan, wollte sich eben zu einer kurzen häuslichen Besorgung entfernen. Sie hatte bis jetzt auf den Doktor gewartet, da er hinterlassen hatte, daß er bis sechs Uhr Dienst habe und dann nach Hause kommen werde. Daß er nicht kam, war nicht sonderlich auffallend; sie wollte jetzt nur noch schnell vor Ladenschluß einkaufen gehen. Sie war kaum die wenigen Stufen von der Haustür herabgekommen, da sah sie den Doktor auf dem Wege zwischen dem Haus und der Vorgartenpforte liegen. Natürlich erschrak sie sehr und war anfangs nicht imstande, einen klaren Gedanken zu fassen. Trotz der Spärlichkeit des Lichts, das von dem erleuchteten Hausflur auf ihn fiel, erkannte sie ihren Herrn. Er lag quer über dem Weg, den Kopf auf den schön gemusterten grauen Steinfliesen. Auf der Stirn war ein dunkler Fleck, den sie für Blut hielt, und auch auf den Steinen waren schwärzliche Spuren. Sie hielt

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